Der Name des Vereins

Der Sonnenaufgang zur Wintersonnwende
Der Sonnenaufgang zur Wintersonnwende

In der christlichen Zeit taucht bereits in den ersten Fassungen der Magnuslegende für den Berg Säuling das Wort "Siuling" auf. Entlang der ganzen Gebirgskette war es der erste Berg, der einen besonderen Namen erhielt. Er könnte abgeleitet sein von der keltischen Sonnengöttin "Sul", die in der nordischen Mythologie als die Göttin "Sol" bezeichnet wird. Der ursprüngliche Bergname dürfte somit "Suling" gewesen sein. Nach dem ersten Teil des Namens "Sul-" folgt die Endsilbe "–ing". Dieser Wortteil gibt oft die Zugehörigkeit zu einem vorher genannten Personennamen an. Die beiden Teile "Sul-ing" könnten also frei übersetzt die Bedeutung ergeben: Berg der Sonnengöttin "Sul". Der sagenhafte "Hexentanzplatz" auf diesem "Sul-ing" ließe sich dann damit erklären, dass sich die Sonnengöttin Sul dort oben mit ihrem Gefolge zu wilden Tänzen getroffen habe.

 

Die Menschen in dieser Landschaft suchten sicher nach Orientierung in ihrem Lebensraum und dabei ist es nicht verwunderlich, dass ihr Blick zunächst zum "Suling" ging, dem höchsten Berg in der ersten Reihe, von weit her sichtbar und unverkennbar in seiner Silhouette wie kein anderer. In der damaligen Zeit wird man dabei weniger auf einen säulenartigen wuchtigen Gipfel geachtet haben, sondern vielmehr auf das riesige Felsengesicht an der Ostseite des Säulings, das man vor allem vom Füssener Gebiet her sehr gut erkennen kann. In den Augen der vorchristlichen Menschen verkörperte diese Felsformation vermutlich die mächtige Sonnengöttin „Sul“, die den Blick nach Osten richtete und den Aufgang der Morgensonne erwartete.

 

Doch mit der Verbreitung des Christentums wollte man den heidnischen Namen "Suling" und die Erinnerung an eine keltische Sonnengöttin vermeiden. Aus diesem Grund wurde wohl in der Magnuslegende der Name "Sul" ersetzt durch das ähnlich klingende Wort "siule" mit der Bedeutung "Säule". Vermutlich entstand also aus dem "Suling" der "Siuling" und daraus ist dann die heutige Bezeichnung "Säuling" abgeleitet worden. Dazu passt auch die Geschichte vom Bären, der vom heiligen Magnus gezähmt wird. Er versinnbildlicht das wilde Heidentum, das vom Missionar Magnus zur christlichen Sanftmut bekehrt wird. Diese Veränderung bewirkt dann, dass der vorher wilde Bär dem christlichen Volk die Eisenadern am Säuling offenlegt.

Der Säuling von Norden
Der Säuling von Norden
Gesicht der Göttin "Sul" an der Ostflanke des Berges
Gesicht der Göttin "Sul" an der Ostflanke des Berges

 

Heute markiert der Berg Säuling den Bereich, in dem der Verein „Säuling e.V.“ tätig sein möchte, ein geographisch und geschichtlich zusammenhängendes Gebiet. Zuerst war es ein geschlossener Jagdbezirk in der Zeit der Merowinger, später der Wirkungsbereich des hl. Magnus und dann des bedeutsamen Klosters St. Mang in Füssen. Bis heute wird es überhöht von der bedeutendsten Schlossanlage am Alpenrand zwischen Salzburg und Liechtenstein. Erst mit dem Aussterben der Staufer und der Gründung des Landes Tirol im 13. Jahrhundert entstanden hier Grenzen, die aber seither weder in der Sprache noch im Baustil besonders prägnant geworden sind und die heute, im-Zeitalter der europäischen Vereinigung, immer mehr an Bedeutung verlieren. 

 

Bei der Aufarbeitung unserer gemeinsamen Geschichte möchten wir diese willkürlich gezogenen Grenzen würdigen, aber gleichzeitig auch dort überwinden, wo sie dem Gewinn von Erkenntnissen im Wege stehen. Wir möchten gemeinsam erkunden, wie unser Land zur Zeit der Römerherrschaft war, wie es nach den Stürmen der Geschichte immer wieder neu besiedelt worden ist und welche geschichtliche Entwicklung seither unser Land in den Jahrhunderten danach erfahren hat. 

 

Es gibt viel zu tun. Packens wir’s an.